Im Herbst oder Frühjahr düngen?

Phosphor und Kalium können im Herbst einzeln oder im Frühjahr in Kombination mit Stickstoff ausgebracht werden. Welche Option ist die Beste?

Junge Wurzeln brauchen Nährstoffe

Damit Phosphor aufgenommen wird, muss er sich in unmittelbarer Nähe der Wurzeln befinden. Im Frühjahr beschränken niedrige Temperaturen und ein schwaches Wurzelsystem den Zugang zum Bodenphosphat. Der im Herbst ausgebrachte Phosphor unterliegt über Winter Alterungsprozessen und ist im Frühjahr nur teilweise verfügbar. Den jungen Pflanzen kommt daher bei der Frühjahrsdüngung der leicht verfügbare Phosphor zugute. Versuche haben gezeigt, dass bei der Frühjahrsdüngung Phosphor bis zu einer Tiefe von 5 cm in den Boden eindringt (Abb. 3). Ähnlich wie bei der Frühjahrsdüngung mit Phosphor ist Kalium ebenfalls sofort für die Aufnahme durch das flache Wurzelsystem verfügbar. Kalium im Boden unterliegt über Winter der Gefahr, durch Niederschläge in tiefere Schichten verlagert zu werden und somit der jungen Pflanze nicht zur Verfügung zu stehen.

 

Abbildung 3: Phosphatverteilung in der Bodenlösung nach Anwendung der Starter-NPK-Volldünger.

Abbildung 4: Die NPK-Anwendung im Frühjahr steigert den Ertrag. Vergleich zu der abwechselnden Anwendung von Phosphor und Kalium oder der Frühjahrsdüngung allein mit Stickstoff. Ergebnisse für verschiedene Kulturen aus 250 einjährigen Feldversuchen zwischen 1991 und 2003 in Deutschland.

 

Synergieeffekte erzeugen

Landwirte düngen Phosphor und Kalium nach einer der folgenden Strategien:

•Als Grunddüngung im Herbst, entweder kombiniert oder im mehrjährigen Wechsel zwischen Phosphor und Kalium.

•Als NPK-Startdüngung im Frühjahr, zusätzlich zu einer Anwendung von Phosphor und Kalium im Herbst, die dementsprechend reduziert wird.

Die Frühjahrsdüngung ist im Hinblick auf die Nährstoffaufnahme und den Ertrag am wirkungsvollsten. Alle Nährstoffe sind gleichzeitig verfügbar. Die Düngung mit NPK hat einen Starter-Effekt nach der Vegetationsruhe im Winter und für die Frühjahrssaaten. Kulturpflanzen mit schwächerem Wurzelansatz wie Kartoffeln und Zuckerrüben oder Gerste/Weizen nach Weizen sprechen auf NPK-Startdüngung am besten an (Abb. 4).