Bodenbedingungen

Auf unfruchtbaren, sandigen oder sauren Böden sowie auf kaum vorbereiteten Flächen ist der Winterroggen produktiver als die meisten anderen Getreidesorten.

Für beste Resultate sollte Roggen jedoch auf einem festen, gut vorbereiteten Saatbett ausgesät werden. Auf dem herbstbestellten Boden, nach Bearbeitung mit Egge und Scharpflug, erfolgt das Drillen des Roggens. Falls das Pflügen des Bodens im Herbst nicht möglich ist, insbesondere nach der Ernte, wird der Boden nur mit der Egge gelockert und der Roggen anschließend in den Boden gedrillt.

Manchmal wird Roggen ohne Vorbereitung in die kurzen Kornstoppeln gedrillt. Diese Vorgehensweise ist in der Praxis ökonomisch und liefert beim einigermaßen unkrautfreien Feld zufriedenstellende Resultate. Zusätzlich zur Arbeitsentlastung werden dadurch die Stoppeln belassen, die den Schnee festhalten und die Roggenpflanze vor Winterschäden schützen.

Roggen kann Trockenperioden besser aushalten als andere Getreidesorten, was zum Teil auf sein weitreichendes Wurzelsystem zurückzuführen ist. Am besten gedeiht er bei ausreichender Feuchtigkeit, jedoch können übermäßige Niederschläge das spätere vegetative Wachstum hemmen. Roggen kann auf nährstoffarmen Böden wachsen, wo andere Getreidesorten nicht bestehen. 

Die Zeit der Aussaat ist von der Verwendung der Ernte abhängig. Winterroggen kann in der Regel vom Spätsommer bis zum Spätherbst gesät werden. Jedoch sollte Roggen für die Getreideproduktion etwa im gleichen Zeitraum wie der Winterweizen ausgesät werden, obwohl die Aussaat auch gefahrlos bis zu 2 Wochen später erfolgen kann. Wird der Winterroggen früh gepflanzt, können sogar Rinder auf den Kulturen weiden, es muss jedoch eine ausreichende Begrünung als Erosionsschutz verbleiben.

Wird Roggen als Futterfläche, Deckfrucht oder Gründünger angebaut, sollte der Zeitpunkt für die Aussaat 2 bis 8 Wochen früher als die Kultur für die Getreideproduktion gewählt werden, um einen dichten Pflanzenwuchs als Schutz während der Winterzeit sicherzustellen. Roggen wird auch erfolgreich nach der Kartoffelernte zur Gründüngung oder zur Ausbildung einer Winterbedeckung gepflanzt.

Die optimalen pH-Werte für Roggen liegen bei 5,0 bis 7,0, jedoch werden auch noch pH-Werte zwischen 4,5 und 8,0 toleriert.