February 12, 2026

Checkliste: Andüngung im Raps - frühe Dynamik sicherstellen

von: Sören Hersemann, Yara Fachberatung

Die erste N-Gabe im Raps entscheidet nicht nur über Wachstum, sondern über Regeneration, Seitentriebbildung und Ertragspotenzial. Sie legt den Grundstein für eine gleichmäßige Blüte und hohe N-Effizienz. Nutzen Sie diese Checkliste zur schnellen Überprüfung vor der Ausbringung.

Bestandesbeurteilung beim Raps– Wie ist der Ausgangszustand?

  1. Pflanzenzahl je m² (unter 25 / 30–40 / sehr dicht?)
  2. Wurzelhalsdurchmesser ausreichend entwickelt?
  3. Vitalität nach Winter (Frost, Mäuse, Staunässe?)
  4. Gleichmäßigkeit des Bestandes?

Faustregel:

  • Dünne oder geschwächte Bestände → zügige und hohe Startgabe (> 100 kg N/ha sind keine Sünde!)
  • Sehr dichte Bestände → Andüngung maßvoller beginnen, Entwicklung beobachten, aber nicht den Anschluss verpassen

Praxistipp: Die kostenlose Fotoanalyse in der YaraPlus-App hilft via Smartphone sehr einfach bei der Bestandsbeurteilung.

 

Boden & Befahrbarkeit

  1. Ist der Boden tragfähig?
  2. Besteht Verdichtungsgefahr?
  3. Ist der Oberboden ausreichend abgetrocknet?

Achtung: Raps reagiert sensibel auf Verdichtungen. Eine geschädigte Bodenstruktur beeinträchtigt die N-Aufnahme stärker als ein leicht verzögerter Termin.

 

Stickstoffstrategie klären

  1. Düngebedarfsermittlung erstellt?
  2. Nmin-Werte berücksichtigt?
  3. Herbst-N angerechnet?
  4. Teilung der ersten Gabe sinnvoll?

Ziel der Andüngung im Raps:

  • Schnelle Regeneration nach Winter
  • Förderung der Seitentriebe
  • Gleichmäßige Bestandesentwicklung
  • Absicherung der Blütenanlage

 

Schwefel ist Pflicht!

  1. 30–40 kg S/ha eingeplant?
  2. Schwefel in Sulfatform verfügbar?
  3. N:S-Verhältnis berücksichtigt?

Achtung: Raps hat einen hohen Schwefelbedarf. Eine unzureichende Versorgung führt zu:

  • schlechter Stickstoffverwertung
  • reduzierter Seitentriebbildung 
  • Ertragsverlust

Praxistipp: Schwefel sollte möglichst früh pflanzenverfügbar sein, also in Sulfat-Form. Die gesamte Schwefelmenge kann jedoch über beide Gaben verteilt werden.

 

Witterung berücksichtigen

  1. Niederschläge in Aussicht?
  2. Bodentemperaturen stabil steigend?
  3. Vegetationsbeginn eindeutig erreicht?

Wichtig zu wissen: Raps startet oft sehr dynamisch in die Vegetation. Durch die immer mildere Herbstwitterung kommt der Raps heute physiologisch älter aus dem Winter als noch vor 10 – 15 Jahren. Eine nitrathaltige Startgabe bringt deutliche Vorteile, da sie schnell und temperaturunabhängig wirkt. Ammonium- oder harnstoffbetonte Formen benötigen günstigere Umsetzungsbedingungen und stellen daher ein Risiko dar.

 

Fazit:

Die Andüngung im Raps ist keine reine Versorgungsmaßnahme, sondern Ertragsabsicherung. Wer Pflanzenzahl, Vitalität, Schwefelversorgung und N-Form bewusst berücksichtigt, stellt früh die Weichen für stabile Bestände und eine effiziente Stickstoffnutzung.

Eine Blattdüngung kurbelt zusätzlich die Bestände. Informieren Sie sich zu der Thematik und holen sich am besten direkt beim Blatt Friday ein Angebot ein.

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