June 22, 2026
Heuernte: Qualität entsteht durch den richtigen Schnitt-Zeitpunkt
Der richtige Schnittzeitpunkt entscheidet über Qualität und Ertrag
Mit zunehmendem Pflanzenalter steigt zwar der Trockenmasseertrag, gleichzeitig nimmt jedoch die Futterqualität ab. Die Gräser bilden mehr Rohfaser und verholzen zunehmend, wodurch die Verdaulichkeit sinkt.
Der optimale Erntezeitpunkt hängt daher von der späteren Nutzung ab:
- Milchvieh- und Rinderbetriebe benötigen hochwertiges Heu mit hoher Verdaulichkeit und Energieversorgung. Hier sollte eher früher geerntet werden.
- Pferdebetriebe legen häufig größeren Wert auf strukturreiches Futter und hohe Erträge. Entsprechend kann der Schnitt etwas später erfolgen.
Eine ausgewogene Düngung bildet dabei die Grundlage für hohe Erträge und gute Futterqualitäten. Insbesondere die Versorgung mit Stickstoff, Kalium und Schwefel beeinflusst Ertrag, Rohproteingehalt und die Regenerationsfähigkeit des Bestandes nach der Mahd.
Die richtige Schnitthöhe schützt Ertrag und Grasnarbe
Bereits beim Mähen werden wichtige Weichen für die Futterqualität gestellt. Die Schnitthöhe sollte nicht unter 8 cm liegen.
Eine ausreichende Stoppelhöhe:
- schützt den Bestockungsansatz der Gräser,
- fördert einen schnellen Wiederaustrieb,
- reduziert die Gefahr von Trockenheitsschäden,
- minimiert Futterverschmutzungen durch Erde und Sand.
Zudem sorgt die verbleibende Grasnarbe für eine bessere Belüftung des Mähgutes von unten, wodurch die Trocknung beschleunigt wird.
Verluste beim Zetten vermeiden
Nach dem Mähen muss das Futter möglichst schnell und gleichmäßig trocknen. Dabei kommt dem Zetten eine zentrale Bedeutung zu. Entscheidend ist eine korrekte Arbeitshöhe: Die Zinken sollten den Boden nicht berühren, um Futterverschmutzungen und unnötige Bröckelverluste zu vermeiden.
Besonders wichtig: Jeder zusätzliche Wendevorgang kostet Ertrag. Je nach Bestand und Trocknungsgrad können pro Arbeitsgang bis zu 8–10 % Trockenmasseverluste auftreten. Mit den Blattanteilen gehen gleichzeitig wertvolle Nährstoffe verloren.
Daher gilt:
- So wenige Wendevorgänge wie möglich.
- Breit abgelegtes Mähgut benötigt häufig nur ein einmaliges Wenden.
- Fahrgeschwindigkeiten von etwa 6–7 km/h sorgen auch bei hohen Erträgen für eine gleichmäßige Verteilung des Futters.
Gleichmäßige Schwade für eine saubere Ernte
Vor dem Pressen oder Laden wird das Heu zu Schwaden zusammengerecht. Gleichmäßige, lockere Schwade trocknen besser nach und ermöglichen eine verlustarme Aufnahme durch Presse oder Ladewagen.
Hohe Fahrgeschwindigkeiten bei moderater Kreiseldrehzahl haben sich dabei bewährt. Das Ziel ist stets ein lockeres Schwad ohne Haufenbildung, damit das Erntegut gleichmäßig trocknet und keine Qualitätsunterschiede innerhalb des Futters entstehen.
Fazit
Die Qualität des Heus wird nicht erst beim Pressen entschieden. Der richtige Schnittzeitpunkt, eine bedarfsgerechte Düngung, eine Schnitthöhe von mindestens 8 cm sowie ein möglichst verlustarmes Zetten sind die wichtigsten Stellschrauben für hochwertiges Grundfutter. Wer diese Punkte beachtet, sichert sowohl Futterqualität als auch Ertrag.