July 10, 2026
Stickstoffdünger vergleichen - den Kalkausgleich nicht vergessen
Alle Stickstoffdünger tragen zur Bodenversauerung bei. Je nach Stickstoffform fällt dieser Effekt jedoch sehr unterschiedlich aus. Die Folge: Je stärker ein Dünger den Boden versauert, desto mehr Kalk wird benötigt, um den optimalen pH-Wert langfristig zu erhalten.
Warum der pH-Wert so wichtig ist
Ein optimal eingestellter pH-Wert ist die Grundlage für eine effiziente Nährstoffversorgung. Er sorgt dafür, dass Phosphor, Kalium und viele Spurennährstoffe besser pflanzenverfügbar sind. Gleichzeitig profitieren Bodenstruktur, Bodenleben und Wurzelentwicklung.
Sinkt der pH-Wert dauerhaft ab, verschlechtert sich die Nährstoffeffizienz. Ein Teil der eingesetzten Düngung kann dann nicht mehr optimal genutzt werden.
Nicht jeder Stickstoffdünger zehrt gleich viel Kalk
Wie stark ein Stickstoffdünger den Kalkhaushalt belastet, hängt von seiner Zusammensetzung ab (vgl. Tabelle 1)
Besonders hohe Kalkzehrung weisen ammonium- und sulfathaltige Dünger wie Schwefelsaures Ammoniak (SSA) oder Ammonsulfatsalpeter (ASS) auf. Düngemittel wie Kalkammonsalpeter (KAS) oder YaraBela Sulfan belasten den Kalkhaushalt dagegen deutlich weniger. Dadurch sinkt auch der Bedarf an Ausgleichskalkung.
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Produkt |
Kalkzehrung je 100 kg N |
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Schwefelsaures Ammoniak (SSA) |
-299 |
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Ammonsulfatsalpeter (ASS) |
-196 |
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Piamon 33 S |
-164 |
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YaraBela Sulfan |
-87 |
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YaraBela Smax |
-118 |
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Kalkammonsalpeter ohne MgO |
-55 |
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YaraBela Nitromag (Kalkammonsalpeter mit MgO) |
-48 |
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Harnstoff |
-100 |
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YaraVera Amidas |
-125 |
Tabelle 1: Kalkzehrung verschiedener Dünger
Den Kalkausgleich immer mitrechnen
Wer ausschließlich den Einkaufspreis eines Düngers betrachtet, greift oft zu kurz. Erst wenn die Kosten für den notwendigen Kalkausgleich berücksichtigt werden, lässt sich die Wirtschaftlichkeit verschiedener Stickstoffdünger realistischer vergleichen.
Gerade bei hohen Stickstoffmengen können sich die Unterschiede über mehrere Jahre deutlich summieren.
Kalkung bleibt eine Basismaßnahme
Unabhängig vom eingesetzten Stickstoffdünger gilt: Jeder Ackerboden verliert kontinuierlich Kalk – durch natürliche Versauerung, Niederschläge, Ernteentzüge und die Stickstoffdüngung. Eine regelmäßige Erhaltungskalkung ist deshalb unverzichtbar.
Besonders nach der Ernte bietet sich die Gelegenheit, Bodenuntersuchungen zu prüfen und Flächen mit Kalkbedarf rechtzeitig einzuplanen.
Fazit
Wer Stickstoffdünger wirtschaftlich bewerten möchte, sollte nicht nur den Düngerpreis vergleichen. Auch die Kalkzehrung und die daraus resultierenden Kosten gehören zur Gesamtrechnung. Ein optimaler pH-Wert verbessert die Nährstoffeffizienz, stärkt die Bodenstruktur und schafft die Grundlage für stabile Erträge.