June 24, 2026

Pferdeweiden erfolgreich managen

von: Julius Möller, Yara Agronomie und Marketing

Eine leistungsfähige Pferdeweide muss viele Anforderungen gleichzeitig erfüllen: Sie soll hochwertiges Futter liefern, den Pferden ausreichend Bewegung ermöglichen und dauerhaft belastbar bleiben. Grundlage dafür ist eine dichte und tragfähige Grasnarbe. Nur wenn Pflege, Nutzung und Düngung aufeinander abgestimmt sind, bleibt die Weide langfristig leistungsfähig.

Die Grasnarbe entscheidet 

Pferdeweiden werden durch Trittbelastung, Wälzen, selektives Fressen und Kotstellen besonders stark beansprucht. Entstehen Lücken, können sich unerwünschte Arten wie Gemeine Rispe, Weißklee oder verschiedene Unkräuter schnell ausbreiten. 

Ziel sollte ein gräserbetonter Bestand mit etwa 75–80 % wertvollen Gräsern sein. Regelmäßige Nachmahd, Übersaaten und die Kontrolle von Giftpflanzen helfen dabei, die Qualität der Weide zu erhalten und eine dichte Grasnarbe zu fördern. 

Pflege vor Düngung 

Düngung kann nur dann wirken, wenn die Bestände gepflegt werden. Im Frühjahr helfen Schleppen und Striegeln dabei, Unebenheiten zu beseitigen und die Bestockung der Gräser anzuregen. Offene Stellen sollten frühzeitig durch Über- oder Nachsaat geschlossen werden, damit wertvolle Gräser ihre Konkurrenzkraft behalten. 

Bodenuntersuchung als Grundlage 

Vor jeder Düngungsmaßnahme sollte die Nährstoffversorgung des Bodens bekannt sein. Eine Bodenuntersuchung liefert wichtige Informationen zu Phosphor, Kalium, Magnesium und dem pH-Wert. Sie sollte alle drei bis vier Jahre durchgeführt werden und bildet die Grundlage für eine bedarfsgerechte Düngung. 

Stickstoff gezielt einsetzen 

Stickstoff fördert das Wachstum der Gräser und unterstützt die Regeneration der Grasnarbe nach der Nutzung. Gleichzeitig sollte die Düngung auf Pferdeweiden maßvoll erfolgen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ertrag und Futterqualität zu erhalten. 

Besonders bei Flächen, von denen zusätzlich Heu gewonnen wird, werden erhebliche Nährstoffmengen abgefahren. Hier ist eine angepasste Stickstoffdüngung wichtig, um wertvolle Gräser zu fördern und die Ausbreitung unerwünschter Pflanzen zu verhindern. 

Für die Erzeugung von hochwertigem Pferdeheu hat sich eine kombinierte Stickstoff- und Schwefeldüngung bewährt. Schwefel verbessert die Stickstoffeffizienz und unterstützt die Bildung von Rohprotein. Mit 2–3 dt/ha YaraBela Sulfan können wertvolle Futtergräser gefördert und ein dichter, konkurrenzstarker Pflanzenbestand unterstützt werden. 

Stickstoffdüngung nach Nutzungsziel 

Nutzung 

Frühjahrsgabe 

Nachdüngung 

Reine Weidenutzung 

30–50 kg N/ha 

25–35 kg N/ha alle 4–8 Wochen 

1 Heuschnitt + Beweidung 

60–90 kg N/ha 

30–50 kg N/ha alle 4–8 Wochen 

 

Die konkrete Düngung sollte immer an Bodenversorgung, Nutzung und die Vorgaben der Düngeverordnung angepasst werden. 

Fazit 

Erfolgreiches Weidemanagement beginnt nicht erst mit der Düngung. Entscheidend sind eine dichte Grasnarbe, regelmäßige Pflege und eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Wer Bodenuntersuchungen als Grundlage nutzt und die Düngung an die Nutzungsintensität anpasst, schafft die Voraussetzungen für gesunde Pferde und leistungsfähige Weiden. 

Weitere Infos zur Düngung von Pferdeweiden lesen Sie auf unserer Beratungswebsite effizient düngen: 

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