Was Sie über CO2-reduzierte Dünger wissen müssen


Düngekörner werden mit den Händen gefangen

Was sind Dünger mit niedrigem CO2-Fußabdruck?

CO2 reduzierte Dünger sind mineralische Düngemittel auf Nitratbasis, die chemisch und physikalisch genauso zusammengesetzt sind wie Düngemittel, die mit fossilen Brennstoffen (Erdgas, Kohle, Erdöl) hergestellt werden. Sie haben aber einen viel geringeren CO2-Fußabdruck, weil sie mit erneuerbarer Energie (Wasser, Wind, Sonne) produziert werden. Das bedeutet, dass sie eine emissionsarme und wirksame Methode sind, die  Nahrungsmittelproduktion zu dekarbonisieren.

Wie werden Dünger mit niedrigem CO2-Fußabdruck produziert?

Ammoniak ist der Grundbaustein aller Mineraldünger. Heute wird Ammoniak mit Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen hergestellt. Bei der Herstellung von CO2 reduzierten Düngemitteln wird der für die Ammoniakproduktion benötigte Wasserstoff durch Elektrolyse aus Wasser gewonnen, welches mit erneuerbarem Strom betrieben wird. Nach der Gewinnung des Wasserstoffs zur Herstellung von grünem Ammoniak bleiben alle anderen Prozesse gleich. Dazu gehört der Einsatz eines katalytischen Verfahrens nach der besten verfügbaren Technologie (BAT), welches die Treibhausgasemissionen während der Produktion reduziert. Dank dieser Technologie konnte Yara die Emissionen von Lachgas (N2O), einem starken Treibhausgas, bei der Düngemittelproduktion um mehr als 90 Prozent reduzieren.

Wo werden die CO2 reduzierten Düngemittel produziert? 

Heute verfügt Yara über ein Portfolio von Projekten mit grünem Ammoniak in Norwegen, den Niederlanden und Australien, die für die Produktion von grünen Düngern entscheidend sein werden. Wir arbeiten aktiv daran, unsere Reichweite mit sauberem Ammoniak zu erweitern.

Die ersten Lieferungen von Yaras CO2 reduzierten Düngern werden auf der Pilotanlage in Porsgrunn, Norwegen, produziert, da dies eines der ersten Projekte ist, die in Betrieb genommen werden. Mit dem Bau der neuen Anlage wurde bereits begonnen. Spätere Lieferungen werden in Yaras Portfolio zukünftiger Projekte für grünen Ammoniak integriert. Das Porsgrunn-Projekt ist das erste Elektrolyseur-Projekt von Yara im industriellen Maßstab mit Systemintegration in eine bestehende Ammoniakanlage. Die kommerzielle Inbetriebnahme dieses Projekts ist für 2023 geplant. Es wird rund 20.000 Tonnen Ammoniak pro Jahr produzieren, die in 60.000 bis 80.000 Tonnen emissionsarme mineralische grüne Dünger umgewandelt werden.

Im Rahmen des HEGRA-Projekts will Yara in fünf bis sieben Jahren die gesamte Anlage in Porsgrunn auf grünes Ammoniak umstellen und damit eine großtechnische Produktion dessens ermöglichen.

Was sind die Vorteile von CO2 reduziertem Dünger?

Ohne fossile Brennstoffe: Dünger mit niedrigem CO2-Fußabdruck werden ohne den Einsatz von fossilen Brennstoffen produziert und ermöglichen es uns, die Nahrungsmittelproduktion zu dekarbonisieren und unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

Wirkungsvoll: CO2 reduzierte Dünger werden den CO2-Fußabdruck in der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette, vom Dünger bis zum Lebensmittel, erheblich verringern.

Mühelos: CO2 reduzierte Dünger sind eine einfache Möglichkeit für Landwirte und Lebensmittelunternehmen, den CO2-Fußabdruck ihrer Pflanzen und Lebensmittel zu verringern, ohne dass sie ihre Arbeitsabläufe, landwirtschaftlichen Praktiken oder Prozesse ändern müssen.

Was ist der CO2-Fußabdruck von CO2 reduzierten Düngern? 

Die in der Europäischen Union und in Norwegen hergestellten Mineraldünger auf Nitratbasis von Yara haben bereits heute einen um 50 bis 60 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck als die meisten Düngemittel aus Drittländern. Dies ist auf den Einsatz eines katalytischen Verfahrens mit der besten verfügbaren Technologie (BVT) zurückzuführen, das zunächst von Yara entwickelt und später mit anderen Herstellern geteilt wurde. Durch die Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen zur Herstellung nitratbasierter CO2 reduzierter Düngemittel wird der CO2-Fußabdruck um weitere 80 bis 90 Prozent verringert.

Die Umstellung auf CO2 reduzierte Dünger wird sich auch stark auf den CO2-Fußabdruck des Endprodukts auswirken. Bei Weizen handelt es dabei um etwa 20 Prozent und bei einem Laib Brot um etwa 12 Prozent.

Wie kann ich darauf vertrauen, dass der CO2-Fußabdruck korrekt ist?

Yara hat eine Methodik entwickelt, die sicherstellt, dass der CO2-Fußabdruck während des gesamten Produktionsprozesses korrekt erfasst wird. Der unabhängige Prüfungs- und Risikomanagementanbieter DNV wird als unabhängiger Dritter die Product Carbon Footprint (PCF)-Methode validieren, die eine der etabliertesten Methoden zur Bestimmung der Klimaauswirkungen eines Produkts ist. Die Überprüfung durch Dritte wird sicherstellen, dass unsere Methodik und Berechnungen korrekt und transparent sind.

Sind die CO2 reduzierten Dünger zu 100 Prozent frei von Emissionen? 

Ein kleiner Teil des Produktionsprozesses von CO2 reduzierten Düngern wird weiterhin fossile Brennstoffe verwenden, beispielsweise die Maschinen für den Phosphatabbau und andere Tätigkeiten (z. B. Transport). Die Änderung des Produktionsprozesses von grünen Düngern durch die Verwendung von erneuerbarem Strom wird sich jedoch erheblich auf den CO2-Fußabdruck des Düngers auswirken, so dass Yara in der Lage sein wird, Dünger mit einem um 80-90 % geringeren CO2-Fußabdruck anzubieten.

In Zukunft kann dieser Prozentsatz sogar noch größer sein, da Yara auch an der Reduzierung der verbleibenden Klima- und Umweltauswirkungen arbeitet, indem es beispielsweise die Verwendung von recycelten Nährstoffen ermöglicht.

Welche Rolle sollten Lebensmittelunternehmen in Bezug auf CO2 reduzierte Dünger spielen und warum?

Dünger mit niedrigem CO2-Fußabdruck sind ein entscheidender Schritt zur Dekarbonisierung der Lebensmittelkette. Durch den Einsatz von diesen Düngern in ihren Lieferketten können Lebensmittelunternehmen ihre Klimazusagen einhalten und eine Vorreiterrolle beim Vorantreiben des Klimawandels übernehmen. Bis zum 16. März 2022 hatten sich 186 Lebensmittel- und Getränkehersteller verpflichtet oder bereits Ziele zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen gemäß der Science Based Targets Initiative (SBTi) festgelegt.

Historisches Bild eines Elektrolyseurs im Yara Glomfjord
Historisches Bild eines Elektrolyseurs im Yara Glomfjord

fun fact: Yara geht zurück in die Vergangenheit, um die Zukunft anzugehen

Wussten Sie, dass die Gründer von Yara bereits in den frühen 1900er Jahren die Idee hatten, mit Hilfe von Wasserkraft Stickstoff aus der Luft für die groß angelegte Mineraldüngerproduktion zu gewinnen? Neue, effizientere Technologien - Elektrolyse auf der Grundlage von Wasserkraft und das Haber-Bosch-Verfahren - wurden später in den Yara-Werken eingesetzt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Produktion dann auf die Verwendung von Erdgas umgestellt, da dies zu dieser Zeit billiger war. Das Yara-Werk in Glomfjord, Norwegen, nutzte jedoch bis 1991 weiterhin die Elektrolyse auf der Grundlage von Wasserkraft.

Jetzt, da die Welt mit zunehmenden Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel konfrontiert ist, kehren wir zu unserer Vergangenheit zurück, um wieder erneuerbaren Strom und die Elektrolyse-Technologie zu nutzen. So können wir den Übergang zu einer naturfreundlichen Lebensmittelzukunft beschleunigen, die widerstandsfähig und weniger abhängig von fossilen Brennstoffen ist.

Bild mit Genehmigung von NEL