Wie Sie den Weizenertrag steigern


Ein hoher Ertrag wird über eine hohe Kornzahl pro Flächeneinheit und ein hohes Einzelkorngewicht erreicht. Ein ausgewogener Düngungsplan, der alle Haupt- und Mikronährstoffe beinhaltet, trägt entscheidend dazu bei, die dafür nötigen Faktoren zu erfüllen.

  •         die richtige Blatt- und Triebanzahl
  •         ein vitaler Bestand
  •         eine hohe Kornzahl pro Ähre
  •         die optimale Korngröße

Mit der Startgabe die richtige Blatt- und Triebzahl erreichen

Die wichtigsten Nährstoffe, die den Blatt- und Triebwuchs beim Weizen beeinflussen, sind: Stickstoff, Phosphat und Schwefel sowie die Mikronährstoffe Mangan und Zink.

Stickstoff hilft, die richtige Bestandesdichte zu erreichen

Das Ziel der Startgabe im Frühjahr ist, ausreichend kräftige Triebe zu erzeugen. Untersuchungen belegen, dass bis zum Ende der Bestockung ein Pflanzenbestand etwa 20 bis 30 Prozent des benötigten Stickstoff-Bedarfes aufnimmt:

Stickstoffaufnahme und Verteilung im Winterweizen

In der Bestockungsphase wird damit die Grundlage für die Bestandesdichte gelegt. Das Stickstoff-Angebot sollte dann nicht zu knapp ausfallen. Allerdings darf der Bestand auf keinen Fall überversorgt werden: Unterversorgte Bestände mit geringen Triebzahlen bilden zu wenige Ähren aus und senken den Ertrag; Zu viel Stickstoff führt zu einem übermäßigen Blatt- und Triebwuchs und damit zu Lager.

Unsere Empfehlung lautet daher:         

  • Wenn die Anzahl der Triebe im Bestand zu gering ist, sollten unbedingt höhere Stickstoffmengen zu einem frühen Zeitpunkt (BBCH 25 - 30) ausgebracht werden.
  • Wenn schon ein ausreichender Pflanzenbestand vorhanden ist, sollte weniger gedüngt werden. Eine zu hohe Stickstoff-Versorgung würde zu übermäßigem Blatt- und Triebwuchs und somit zu Lager führen.
  • Sommerweizen: der Zeitraum für die Blatt- und Triebentwicklung ist begrenzt. Daher sollte Stickstoff möglichst früh in höher Menge gedüngt werden, um die Jugendentwicklung und Triebzahl zu fördern.

Lesen Sie hier mehr zur Stickstoff-Düngung in der Startgabe. 

Schwefel-Versorgung im Frühjahr sicherstellen

Auch die Schwefel-Versorgung der Weizenpflanzen beeinflusst die Blatt- und Triebzahl.  Die Schwefelaufnahme läuft parallel zur Stickstoffaufnahme. Ist ausreichend Schwefel pflanzenverfügbar dann erhöht dies auch die Stickstoff-Ausnutzung. Schwefel ist nur begrenzt im Bodenvorrat vorhanden und sollte möglichst zur Startgabe im Frühjahr mit gedüngt werden.  

Phosphor 

Hat die Pflanze zwei bis drei Blätter entwickelt, benötigt sie für das weitere Wachstum Phosphor. Gerade für die noch junge Pflanze (BBCH 13-25) ist es jedoch oftmals schwer, das im Boden fixierte Phosphor zu erreichen und aufzunehmen. Daher sollte Phosphor zu diesem Zeitpunkt ergänzt werden, beispielweise über einen NPK-Dünger oder Blattdünger (link zu YaraMila Getreide und YaraVita) So wird die  Jugendentwicklung gefördert.

Im Zeitraum von März bis Mai nimmt die Pflanze 70 Prozent des insgesamt benötigten Phosphors auf. Daher sollte auch zu Beginn des Massenwachstums (BBCH 25 -30) auf eine ausreichende Phosphor-Versorgung geachtet werden. Lesen Sie hier mehr zu den Möglichkeiten der Phosphor-Versorgung.

Den Bestand vital erhalten

Um hohe Weizenerträge zu erreichen, muss ein entsprechend vitaler Bestand mit intakten Blättern bis zur Kornfüllungsphase erhalten bleibe. Nur so kann das einfallende Licht möglichst effizient für eine hohe Ertragsbildung genutzt werden. Die Nährstoffe Stickstoff, Kalium und Magnesium sind hierfür besonders wichtig – warum?

Stickstoff

Stickstoff ist wesentlicher Bestandteil von Chlorophyll – dem Protein, das die Photosynthese im Blatt steuert und für die grüne Farbe der Pflanze sorgt. Mit zunehmendem Gehalt an Stickstoff erhöht sich daher auch der Chlorophyllgehalt und damit der Ertrag.

Versuche bestätigen: Wird ein hoher Stickstoffgehalt im Blatt bis zum BBCH 65 gesichert, wird ein bestmöglicher Ertrag erzielt.

Wechselwirkung zwischen dem N-Gehalt des Blattes und dem Weizenertrag

Magnesium

Auch Magnesium ist ein Baustein von Chlorophyll. Der Magnesiumgehalt ist daher ebenfalls notwendig, um die grünen Blätter lange zu erhalten.

Kalium

Kalium spielt eine wichtige Rolle für den Erhalt des Zelldrucks und die Stabilität der Zelle sowie für den Nährstofftransport innerhalb der Pflanze. Ist Weizen unzureichend mit Kalium versorgt, kann das zu vorzeitigem Welkenführen. Kaliumarmes Weizen ist brüchiger und neigt zu Lager. Der Kalium-Bedarf ist höher als bei jedem anderen Nährstoff, wobei die Mehrheit im Frühjahr aufgenommen wird. Zwischen dem Beginn und dem Ende der Bestockung nimmt der Weizen durchschnittlich etwa 7,7 Kilogramm K20 pro Tag auf.

Mit der Schossergabe die Kornzahl pro Ähre erhöhen

Ein ertragreicher Weizen hat etwa 45 bis 50 Körner pro Ähre. Ist die Kornzahl pro Ähre geringer, sind Ertragseinbußen vorprogrammiert. Deshalb ist es wichtig, die Nährstoffe, die die Kornzahl pro Ähre beeinflussen können, beim Düngen zu berücksichtigen: Stickstoff, Kalium, Mangan, Bor, Kuper und Zink.

Stickstoff

Die Abbildung zeigt: Ist er Bestand nicht ausreichend mit Stickstoff versorgt, geht die Kornzahl pro Ähre zurück. Gleichzeitig ist der Zeitpunkt der Stickstoffdüngung relevant, da die Kornzahl pro Ähre sehr früh - vom Doppelring-Stadium bis zum Blühbeginn - festgelegt wird.

Einfluss der Stickstoffversorgung in verschiedenen Entwicklungsstadien bei Weizen

Welche Stickstoff-Mengen zur Schossergabe ausgebracht werden sollten, hängt von der in der Startgabe ausgebrachten Stickstoff-Menge ab. Unsere Empfehlung lautet: 

  • Bei einer frühjahrsbetonte N-Düngung (60-80 Kilogramm Stickstoff pro Hektar zur Andüngung): 30-50 Kilogramm Stickstoff pro Hektar zur Schossergabe
  • Bei einer reduzierte Düngung zur ersten Gabe (30-50 Kilogramm Stickstoff pro Hektar): 60-80 Kilogramm Stickstoff pro Hektar zur Schossergabe

Lesen Sie hier mehr zur Stickstoff-Düngung in der Schosser-Gabe. 

Kalium und die Mikronährstoffe Mangan, Bor, Kuper und Zink

Eine Studie von der „Potash Development Association“ zeigt, wie eindeutig der Zusammenhang zwischen der Kaliumversorgung und der Kornzahl pro Ähre ist:

Einfluss der Kaliumversorgung auf die Kornzahl pro Ähre

Besteht ein Kaliummangel, werden der Kornansatz reduziert und potentielle Samenkörner gar nicht erst entwickelt.

Aber auch Mikronährstoffe, wie beispielsweise Mangan und Zink, spielen eine wichtige Rolle, wenn es um die Korn-Entwicklung geht:

Einfluss der Mangan- und Zinkdüngung auf die Kornzahl pro Ähre

Lesen Sie hier Näheres zur Bedeutung von Mangan in der Pflanze

Einen Überblick über die Funktion und Düngung von Mikronährstoffen  können Sie sich hier verschaffen.

Mit der Spätgabe die Korngröße & das Korngewicht erhöhen

Die Größe der Weizenkörner ist genetisch bedingt, variiert aber je nach Länge der Kornfüllungsphase: Je länger diese Phase, desto größer wird das Weizenkorn. Die Kornfüllungsphase beginntnach der Bestäubung. Dann werden die bisher in Blättern und Stielen gespeicherte Stärke und Proteine zu den sich entwickelnden Körnern geleitet.

Kalium

Für eine ausreichend lange Kornfüllungsphase braucht die Pflanze Kalium. Kalium reguliert den Transpirationsfluss und unterstützt den Transport der Nährstoffe in der Pflanze. Insbesondere in Trockenperioden kann Kalium somit einer vorzeitigen Abreife und damit einer verkürzten Kornfüllungsphase entgegenwirken.

Einfluss einer Kalidüngung auf die Dauer der Kornfüllungsphase

Stickstoff

Natürlich wirkt sich auch die Stickstoff-Düngung auf die endgültige Größe und das Gewicht des Weizenkorns aus. Frühe Düngergaben sichern viele Blätter und hohe Kohlenhydrat-Gehalte im Sproß, die während der Reifung an das entstehende Korn weitergeleitet werden. Bis zu 60 Prozent des Getreideertrags können aus diesem Speicher stammen.

Für die restlichen 40 Prozent ist es wichtig, das während der Kornfüllungsphase ausreichend Stickstoff verfügbar ist.Um die Ertragshöhe zu fördern, ist die Spätdüngung früh, beispielsweise ab dem BBCH 37,  auszubringen. Damit werden Kornzahl pro Ähre und Korngewicht gefördert.

  • Die verzögerte Spätdüngung zu Beginn beziehungsweise Mitte des Ähren- bzw. Rispenschiebens (BBCH 51/55) wiederum fördert die Proteineinlagerung. Link zu Qualität erhöhen
  • Auf unsicheren Standorten mit zum Beispiel Frühsommer-Trockenheit sollte die letzte Stickstoff-Gabe zum Erscheinen des letzten Blattes (BBCH 37 bis 39) vorgezogen werden.

Weitere Informationen zur bedarfsgerechten N-Düngung in der Kornfüllungsphase lesen Sie hier.

Phosphor

Phosphor ist essentiell für die Energieversorgung beim pflanzlichen Stoffwechsel und ist maßgeblich an der Umverteilung des gespeicherten Kohlenhydrats beteiligt. 

Mangan und Zink

Sowohl Mangan als auch Zink können aufgrund ihrer Rolle im Stickstoff-Stoffwechsel der Pflanze das Weizenkorngewicht erhöhen.

Einfluss von Mangan und Zink auf das Tausendkorngewicht