Optimale Nährstoffmengen und Düngezeitpunkte

Die korrekte Menge und der richtige Zeitpunkt der Düngung sind wichtig, um eine gute Nährstoffversorgung und damit auch hohe Effizienz und Produktivität zu erreichen.

Stickstoff

 

Eine Stickstoffdüngung trägt zu einer Ertragssteigerung bei. Zur Bestimmung der aktuell benötigten Stickstoffmenge pro Hektar können Stickstoffsteigerungsversuche zur Berechnung der optimalen Menge durchgeführt werden. Übermäßige Stickstoffgaben können Probleme wie Lager und erhöhten Krankheitsbefall zur Folge haben.

Reaktion zweizeiliger Wintergerste auf das Stickstoffangebot

Reaktion sechszeiliger Wintergerste auf das Stickstoffangebot

Sommergerste hat eine kürzere Wachstumsphase und in der Regel ein geringeres Ertragspotenzial. Die erforderliche Stickstoffgabe ist somit häufig ein wenig geringer als bei Wintergerste.

Stickstoffsteigerungsversuch bei Sommergerste

Der Ausbringzeitpunkt der Stickstoffmenge ist ebenfalls sehr wichtig, um die Effizienz des ausgebrachten Stickstoffs zu optimieren. Wenn der Stickstoffgehalt im Boden niedrig ist, kann bei Wintergerste eine Stickstoffdüngung zur Aussaat zu einer verbesserten Bestandesetablierung und höheren Erträgen führen. Eine frühzeitige Aufnahme im Frühjahr bis BBCH-Stadium 31 fällt mit etwa 1,2 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Tag relativ gering aus, da der Hauptbedarf an Stickstoff zwischen den BBCH-Stadien 31 bis 39 angesiedelt ist. In diesem Abschnitt nimmt die Gerste etwa drei Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Tag auf. Wenn die maximale Blattfläche erreicht ist und das Ährenschieben beginnt, verlangsamt sich die Aufnahme wieder (BBCH-Stadium 39 bis 59) auf ungefähr 1,8 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Tag.

Im BBCH-Stadium 59 hat die Gerste etwa 165 Kilogramm Stickstoff pro Hektar aufgenommen. Bei der Sommergerste liegt dieser Wert wahrscheinlich eher bei 130 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Nach dem Erscheinen der Ähre ist die Stickstoffaufnahme sehr begrenzt, da der bereits aufgenommene Stickstoff in die sich bildenden Körner umverteilt wird. 

Bei der Sommergerste ist eine schnelle Bestandesetablierung wichtig, deswegen sollten mindestens 60 Prozent des benötigten Stickstoffs zu der Aussaat ausgebracht werden. Der restliche Bedarf sollte bis zum Erreichen des Drei-Blatt-Stadium gedeckt werden.

Phosphor unterstützt Wachstum und Entwicklung

Phosphor ist nach Stickstoff der zweitwichtigeste Nährstoff, da er das Wachstum und die Entwicklung der Pflanze beeinflusst.

Einfluss des Boden-pH auf die Verfügbarkeit von Phosphat im Boden

Nachdem die Pflanze zwei bis drei Blätter entwickelt hat, benötigt sie für ein kontinuierliches Wachstum von Blättern und Trieben Phosphor aus dem Boden. Die Verfügbarkeit von Phosphat im Boden wird von viele Faktoren beeinflusst, darunter der pH-Wert, andere Nährstoffe wie Aluminium, Eisen und Calcium sowie Feuchtigkeit und Temperatur des Bodens.

Verlauf der Phosphat-Aufnahme in Gerste

Deshalb ist es wichtig, verfügbares Phosphat über die Düngung sicherzustellen, um Einschränkungen in der Jugendentwicklung zu vermeiden. Bei der Wintergerste sind vor allem zwei Zeitpunkte besonders wichtig. Der erste ist die frühe Bestandesentwicklung (BBCH-Stadium 13 bis 25), wenn die Gerste schnell wächst und sich die Triebe und Wurzeln rasch entwickeln; der zweite ist der Beginn des Massenwachstums im Frühjahr (BBCH-Stadium 25 bis 30). Im Zeitraum von März bis Mai wird 70 Prozent des Phosphats aufgenommen, daher sollte dieser Bedarf mit entsprechenden Phosphatdünger gedeckt werden.

Die Düngung von Phosphat im Frühjahr hat sich als ertragssteigernd erwiesen. Falls Phosphat im Boden nur begrenzt verfügbar ist, kann dieser über eine Blattdüngung zugeführt werden, um das Phosphatniveau der Pflanzen zu verbessern. Auf diese Weise verbessern sich Wachstum und Entwicklung des Bestandes im Frühjahr. Wenn bei Sommergerste die Phosphatverfügbarkeit aufgrund kalter Böden noch begrenzt ist, sollte eine Phosphatdüngung vorgenommen werden, um eine Einschränkung des Wachstums und der Entwicklung in der Jugendphase zu verhindern.

Schwefel unterstützt Triebbildung

Schwefel ist ein weiterer wichtiger Nährstoff, den die Gerste benötigt, um ein kontinuierliches Wachstum der sich bildenden Triebe zu sichern. Die Bausteine für das Pflanzenwachstum sind schwefelbasierte Aminosäuren, aus denen sich viele der Pflanzenproteine zusammensetzen.

Vorteil von Schwefel auf den Ertrag einer sechszeiligen Wintergerste

Schwefel ist nur begrenzt in der Umgebung der Pflanze vorhanden, und Jungpflanzen sind zuerst betroffen. Deshalb sollte eine kontinuierliche Versorgung durch mehrere Schwefeldüngungen erfolgen, um vor allem den Hauptbedarf im Frühjahr ausreichend zu decken. Schwefel kann auch als Blattdünger ausgebracht werden, um akuten Mangel zu beheben. Der eingesetzte Schwefel wirkt sich ertragssteigernd aus.

Ausgewogene Nährstoffversorgung

Zur Sicherung guter und konstanter Gerstenerträge ist es wichtig, in der Phase des Hauptbedarfs die Nährstoffversorgung sicher zu stellen.

Einfluss einer NPKS-Frühjahrsdüngung auf den Ertrag einer sechszeiligen Wintergerste

Eine ausgewogene Nährstoffversorgung sollte auch die Düngung von Mikronährstoffen in der richtigen Menge und zum passenden Zeitpunkt berücksichtigen. Die Verwendung von Pflanzenanalysen (Megalab) und CheckIT kann als Unterstützung bei der Identifizierung der benötigten Nährstoffe für die jeweiligen standorttypischen Bedingungen dienen.

Wie Pflanzenernährung die Gerste beeinflusst

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